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Eine kostprobe von meiner neuen geschichte

 

 

Leuchtende Sonnenkringel malten sich auf meine Bettdecke. Verschlafen reckte ich mich, und fuhr mir durch die Haare. Mein Mann hatte schon die Gardine auf Seite gezogen und kam nun mit einem Tablett ins Zimmer. Ich lächelte und setzte mich auf. „Danke Schatz.“ Er beugte sich hinab und küsste mich auf die Stirn. Ich hatte wirklich den perfekten Mann geheiratet. Er sah richtig verführerisch aus, mit seinem perfekt durch trainierten Körper. Seine Haut war die ganze Jahreszeit über leicht gebräunt, wogegen ich wie Schnee aussah, und in seinem Mundwinkel versteckte sich sein einzigartiges Lächeln, das mich schon bei unserer ersten Begegnung umgeworfen hatte. Ich rückte etwas auf Seite damit er sich setzten konnte. „Ist Swane schon wach?“ fragte ich während ich frisch gepressten Orangensaft in meinen Mund laufen ließ. Ilian schüttelte den Kopf „Nein, sie schläft noch.“ Er sah mir dabei zu wie ich die Trauben vorsichtig löste und sie dann in meinem Mund verschwanden. Er küsste meine Lippen und leckte einen Tropfen des Fruchtsaftes zärtlich weg. „Ihhhh!“ ertönte eine Stimme im Türrahmen. Wir lösten uns voneinander und sahen Swane schmunzelnd an. „Pass auf hier kommt die Killer küss Maschine!“ Ilian sprang auf und raste hinter Swane her. Ich stellte das Tablett neben mir und schlug die Bettdecke auf Seite. Langsam stand ich auf und trottete ins Wohnzimmer. Die beiden kämpften spielerisch miteinander und versuchten sich gegenseitig zu kitzeln. Ich machte einen kurzen Umweg zum Sofa um meine Vase in Sicherheit zu bringen und ging dann barfuss durch das Esszimmer in die Küche. Ich setzte mir einen Kaffee auf. „Schatz, möchtest du auch einen?“ rief ich ins Wohnzimmer. „JAAAA!“ ertönte es.

Leider hatte mein Mann vor einem Jahr seinen Job als Lehrer verloren deshalb war er die ganze Zeit zu Hause, so brauchten wir keine Tagesmutter zu engagieren. Aber oft litt er darunter das ich so viel Geld verdiente das wir drei davon leben, und er nichts dazu beisteuern konnte. Dafür widmete er sich den Autos, was ich mit Freude beobachtete. Ich war erleichtert dass er nicht angefangen hatte zu trinken wie es die meisten taten. Ich wiederum war befördert worden und hatte bei der Navy mein eigenes Team. Viele Nächte verbrachte ich bei der Arbeit, sodass manches Mal meine Familie darunter litt. Deshalb war ich auch über meinen freien Sonntag erfreut. Heute wollten wir mit Swane in den Zoo und danach zur Oma. Sie freute sich schon so sehr darauf, und ich war bedacht nichts dazwischen kommen zu lassen.

Doch als ich gerade mit der Bürste durch meine langen braunen Haare fuhr ertönte das Telefon. Ilian nahm ab und reichte es mir dann. „Für dich!“ sagte er hart aber bestimmt und sah mich ernst an. „Shiva Morrison.“ Sagte ich. „Wir haben einen neuen Fall, ein Toter in California. In der Kirche ermordet. Genaueres konnten wir noch nicht raus finden. Unser Flug geht in einer Stunde.“ Beendete Salvina ihren Satz. „Nein, heute ist mein freier Tag.“ Erklärte ich sachgerecht. „Anordnung von Owain persönlich, er erwartet sie im Flugzeug.“ Und schon ertönte das vertraute piepen. „Nein.“ Rief ich. „Immer wieder, ich hasse es.“ Ilian hatte alles mitgehört er stand an der Tür gelehnt und sah mich durch den Spiegel an. „Das kannst du nicht machen.“ Sagte er. „Ich weiß, aber ich muss.“ Erzählte ich. „Du hast es Swane versprochen, und für mich hast du auch kaum noch Zeit. Es ist schon ein Wunder wenn du mal wieder neben mir im Bett schläfst.“ Meinte er böse und gleichzeitig traurig. „Was soll ich denn sonst tun. Es tut mir Leid.“ Ich schaute bedauernd ins Waschbecken, und fing an mich fertig zu machen. Ilian legte den Arm um meine Hüfte. „Ich liebe dich so sehr.“ Flüsterte er mir ins Ohr. Ich lächelte doch es erlosch ziemlich schnell wieder.

Meine Tasche klemmte unter meinem Arm als ich die Autoschlüssel rauskramte und den Beiden zu winkte. Ich öffnete die Tür meines Wagens, schmiss die Tasche auf den Beifahrersitz und startete das Auto. Swane blickte mir in die Augen, sie sah traurig aus, und mir brach es das Herz nichts mit ihr in den Zoo gehen zu können. Ich fuhr aus der Einfahrt, Swane lief hinterher und winkte bis ich um die nächste Ecke verschwunden war. Eine Träne rann meine Wange hinab, schnell wischte ich sie weg und ging in eine andere Welt hinüber. Die Welt der Arbeit, der Kühle und der Furchtlosigkeit. Ich war die Vorgesetzte musste überall meine Augen haben durfte nichts falsch machen um nicht die anderen zu gefährden.

Wir erreichten die kleine unbedeutende Stadt, die nicht den Eindruck machte, dass hier ein Verbrechen begangen wurde. Die Sonne versteckte sich hinter den Wolken, über den bunten Bäumen hing noch der Nebel der Nacht. Der Wind wog die Bäume hin und her, und auf dem Gras lag der frische Tau. Alles machte ein Eindruck der Vollkommenheit, die so unerreichbar weg und doch so nah war. Ich stieg aus. Mir folgten Salvina Felicien, Lee Jokim und Gus Gauthier. Wir bildeten das Team. Owain unser Vorgesetzter war doch in Florida geblieben, da er noch eine Pressemitteilung machen musste. Ich schritt auf den zuständigen Polizeibeamten zu. „Guten Tag Agent Morrison.“ Stellte ich mich vor. „Tag, kommen sie mit, ich zeige ihnen den Leichenfundort.“ Sagte er und führte mich in eine kleine Kirche. Die Wände waren grau, und alles sah ziemlich heruntergekommen aus. Die Bänke waren aus altem Holz gefertigt, Nur wenige Menschen saßen dort. In ihren Gesichtern sah man die Angst. Mit einer Handbewegung schickte ich Salvina zu den Zeugen um sie zu befragen. Die anderen Beiden folgten mir. Die drei Stufen zum Altar hoch waren mit Teppich ausgelegt der voller Stau und abgetreten war sodass man an manchen Stellen Stein sah. Ich blickt hock zum Fenster. Die bunten Fensterscheiben waren milchig und ein paar eingeschmissen. Maria war darauf abgebildet, sie hielt Jesus eingewickelt in den Händen, und über ihnen sah man Engel. Der Pastor saß seitlich vom Altar, neben ihm stand ein Polizist dessen hand auf der Schulter ruhte. „Wir übernehmen.“ Sagte ich monoton. „Agent Jokim, Gauthier und Morrison.“ Stellte ich und vor. „Wir werden ihnen jetzt ein paar Fragen stellen.“ Erklärte ich ohne jegliche Emotionen. Dem Pastor standen Schweißperlen auf dem Kopf, nur noch ein paar Haare prangten darauf. Mit einem Taschentuch fuhr er sich darüber. Er war schon ziemlich alt und seine Hand zitterte ein wenig. Ich nickte Jokim und Gauthier zu. Sie wussten was sie tun mussten. Ich ging weiter mit dem zuständigen Polizeibeamten. Er führte mich zum Altar. Ich zog ein paar Einweghandschuhe an und zog das Tuch das über dem Kelch lag auf Seite. In dem goldenen Kelch schwamm eine rote Dickflüssige Flüssigkeit. Blut. In der Schale daneben waren fein säuberlich aufgehäufte Fleischscheiben. Es stank widerlich. „Wer ist das?“ fragte ich und zeigte auf das Blut. „Wir haben die anderen Reste hinter der Kirche in einem frisch ausgehobenen Grab gefunden, es handelt sich hierbei um einen Jungen. Sein Name ist Markus Morgan. Seine Mutter hat ihn identifiziert.“ Ich nickte und notierte es auf meinem Klemmbrett. „Zeigen sie es mir bitte.“ Meinte ich. Er ging hinaus, ich folgte ihm und dachte an meine Tochter, wie schrecklich muss es für die Mutter gewesen sein ihren toten Sohn zu identifizieren? Hinter der Kirche war die Erde an der Seite aufgehäuft worden. In dem Loch lag die Leiche, bedeckt mit einem weißen Tuch. Ich kniete mich nieder und schaute darunter. Der Junge sah aus als wäre er in einer Handlung eingefroren worden. Seine Augen weit aufgerissen, und sein Mund zu einem Schrei geformt, ein Schrei der nie entweichen konnte. Die pure Verzweiflung war in seine Augen eingebrannt. Ich deckte ihn behutsam wieder zu. „Schicken sie ihn zur Gerichtsmedizin.“ Befahl ich. „Das wird seine Mutter nicht zulassen.“ Antwortete der Polizist. „Dann sorgen sie dafür.“ Mit diesen Worten drehte ich mich um und ging zurück in die Kirche. Die Spurensuche hatte alle Gegenstände ordentlich verpackt, ich schritt auf einen von ihnen zu. „Haben sie schon den Tatgegenstand gefunden?“ fragte ich. „Wahrscheinlich wurde der Junge von hinten genau auf den Kopf getroffen. Wir haben einen Kerzenständer mit Blut gefunden, es könnte das Tatwerkzeug gewesen sein. Genaueres kann man nach der Obduktion sagen.“ Ich nickte. Jokim und Gauthier wurden gerade mit dem Ausfragen fertig als ich zu ihnen trat. „Falls ihnen noch etwas einfällt melden sie sich, bitte. Hier ist meine Karte. Gauthier hielt sie ihm entgegen. Der Pastor stand auf und ging hinaus ohne zu merken das er das Gewand immer noch trug. „Helft Salvina, wir besprechen es nachher.“ Sagte ich ihnen. Ich ging hinaus und atmete einmal kräftig ein. Wie gerne würde ich jetzt bei meiner Familie sein, mit ihnen lachen und das Leben genießen. Stattdessen saß ich jetzt hier und musste mich mit dem Tod rumschlagen.

Kapitel 2

Die Zeit war schnell verstrichen, die Sonne war schon nicht mehr zu sehen und es neigte sich Mitternacht zu. „Was haben wir?“ eröffnete ich das Gespräch. Ich lehnte am Schreibtisch, die Arme vor mir verschränkt und blickte in die Gesichter meiner Team Mitglieder. Mein Blick blieb an Gauthier hängen. Wie immer stand er Selbstbewusst und etwas Machohaft da. „15jähriger Junge geboren in Cabo San Lucas. Jeder mochte ihn, typischer Nachbarsjunge. Relativ gut in der Schule, viele Freunde. Lebt alleine mit seiner Mutter in Cabo San Lucas.“ Erklärte Gauthier sofort. „Keiner will etwas gesehen haben. Während der Sonntags Messe hat der Pastor es entdeckt. Die Küsterin stellt den Wein und den Laib Christi schon einen Tag zuvor bereit. Beides ist immer mit einem Tuch abgedeckt, wie es üblich ist. Heute Morgen stelle sie fest das jemand eine Scheibe in der Sakristei eingeworfen hatte. Sie hat nach gesehen, nichts ist entwendet worden.“ Folgte Jokim. „Unter Mordverdacht stehen die Mutter und ein weiterer Freund von ihm.“ Endete Felicien. „Was kann das Motiv sein?“ fragte ich. „ Bei der Mutter sind wir uns noch nicht ganz sicher, sie ist sehr religiös und wollte nicht das ihr Sohn vor der Heirat Geschlechtsverkehr hatte. Sie hat herausgefunden das ein Mädchen namens Dayna mit ihm geschlafen hat. Sie hat ihn gedroht umzubringen. Sie war in der Pyschatrie wegen Depressionen und im Gefängnis wegen eines tätliches Angriffes. Sein Freund Gus Tech hat dem Toten Geld geliehen, um die 300 Euro. Außerdem hat Markus ihm Dayna ausgespannt.“ Sagte sie. „Wofür hat er das Geld gebraucht?“ wollte ich wissen. „Konnten wir leider noch nicht rausfinden.“ Antwortete sie. „Okay, versucht rauszubekommen wofür er das Geld gebraucht hat und redet mit seiner Freundin.“ Meinte ich. „Aber vorher nehmt eine Mütze voll schlaf.“

Ich fuhr mit einem Wagen die Straße entlang. Das Licht flackerte vor einem 24 Stunden Imbiss. Ich hielt an und stieg aus. Die Türglocke läutete als ich eintrat. „N’ Abend.“ Begrüßte mich der Inhaber. Er war Mitte 60, sein Gesicht war wettergeerbt und er hatte eine alte verwaschene Mütze auf seinem Kopf. Passend dazu trug er ein kariertes Hemd und eine blaue Latzhose. In der Hand hielt er eine Bierflasche und prostete seinen Freunden an einem Tisch zu. „Was kann ich für sie tun?“ fragte er und schaute mir ins Dekolteé. Ich zog den Reisverschluss etwas höher. „Ein belegtes Brötchen und eine Flasche Wasser, bitte.“ Bestellte ich. „Kommt sofort. Der Mann bückte sich und holte eine Wasserflasche aus dem Kühlschrank und packte ein Brotchen in die Tüte. Ich legte noch einen Riegel hinzu. „Das macht drei fünfzig.“ Ich kramte mein Geld hervor und legte es auf den Tresen.

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